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Helmut Dubiel „Tief im Hirn – Mein Leben mit Parkinson“

Im März wurde bei meinem 50-jährigen Vater Parkinson diagnostiziert. Auch wenn es keine große Überraschung mehr war, schließlich ist sein Tremor (Zittern der Gliedmaßen – bei ihm vor allem links) deutlich erkennbar, trotzdem war ich erschüttert, schließlich hat man von der Krankheit an sich ja keine Ahnung. Man kennt vielleicht ein-zwei berühmte Leute, die an Parkinson erkrankt sind, wie Papst Johannes Paul II, Michael J. Fox oder Muhammad Ali. Seit der Diagnose beschäftige ich mich mehr und mehr mit dem Thema, hab schon einige Broschüren und Artikel gelesen und wollte mich nun auf Erfahrungensberichte stürzen. Bei Amazon habe ich 3 gebrauchte Bücher, die allerdings wie neu aussahen, gekauft. Das erste von denen ist von Helmut Dubiel „Tief im Hirn: Mein Leben mit Parkinson“.

Inhalt:

Helmut Dubiel leidet seit fünfzehn Jahren an Parkinson. In seinem Kopf sitzt eine Sonde, die er mit einer Fernbedienung steuert. Er kann wählen zwischen besser sprechen oder besser gehen. Er benut diese Fernbedienung kaum. Das Leben ist anders. Wie anders es ist, wenn man plötzlich mit der Gewissheit einer unheilbaren Krankheit konfrontiert ist, und wie „normal“ gleichzeitig, davon erzählt dieses erstaunliche Buch.

Rezension:

Erstaunlich ist das Buch auf jeden Fall. Mich als „Betroffene“ im weiteren Sinne gingen einige Textzeilen sehr nah und ich musste das Buch beiseite legen, da die Tränen liefen. Helmut Dubiel ist Professor der Soziologie, welches vor allem in fachlich geprägten Kapiteln deutlich wird, da das Lesen durch viele Fremdwörter erschwert wird. Persönlicher und auch verständlicher wird es, als er über sich und vor allem über die Zeit nach der OP berichtet. Helmut Dubiel ließ sich eine Sonde einsetzen, diese Tiefenhirnstimulation soll ihn von einigen Symptomen der Krankheit befreien. In diesem Punkt war die OP erfolgreich, denn sowohl der Tremor als auch der schleppende Gang konnte dadurch gänzlich unterdrückt werden, die Medikamente konnten dadurch auch reduziert werden. Allerdings brachte die OP, die das Hirn beeinflusst, auch andere Begleiterscheinungen, wie u.a. eine Sprachstörung. Herr Dubiel erzählt hier wie ihn dies beeinflusste und wie er damit umging. Als Dubiel die OP anfangs erwähnte, hoffte ich, dass ich meinen Vater von dieser Möglichkeit positive Auswirkungen berichten kann, allerdings schocken mich die Nebenwirkungen so, dass ich meinem Vater von der OP abraten würde – schon allein, weil ich seinen Charakter kenne. Allerdings weiß ich auch, dass die Symptome, die Herr Dubiel beschrieben hat, trotzdem in den nächsten Jahren auf meinen Vater zukommen. Ich werde mich daher weiter belesen und mich mit dem Thema auseinandersetzen, um für meinen Vater da zu sein und ihn vielleicht den einen oder anderen Ratschlag zu geben. Ich bin schon auf die nächsten Bücher gespannt.

 

Das machen dann noch 150 Seiten für die Bücher-Challenge!

Autor: Uli

Ich bin Uli, eine Hansestädterin mit der Leidenschaft für Wasser. Diese Leidenschaft möchte ich gern zu meinem Beruf machen und studiere nach Landschaftsökologie & Naturschutz (Bachelor) nun Biodiversität & Ökologie (Master) mit der Spezialisierung auf Gewässerökologie. =) Ihr erfahrt hier vieles über mich, mein Leben und was mich so bewegt! Begleitet mich auch auf den sozialen Netzwerken: Twitter | Facebook | Instagram | Google+ | Flickr | YouTube | Pinterest | Foursquare

4 Kommentare

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