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Bürgerbeteiligung zum Neuen Markt – Meine Idee

In meiner Heimatstadt soll der Neue Markt umgestaltet werden. Wolfgang Meyer, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport, beschreibt die gegenwärtigen Probleme der städtischen Fläche in seinem Artikel „Der Neue Markt wird ein NEUER Markt“ (veröffentlicht in der ZAS vom 17. Februar 2013, Seite 6) treffend: „einerseits die ständig wechselnde Nutzung als Marktplatz, Parkplatz oder Veranstaltungsort, anderseits das Ausbleiben einer gründlichen Sanierung von Ehrenmal und Friedhof.“ Jeder Stralsunder hat sich bestimmt schon das eine oder andere Mal darüber geärgert, dass man während des Markttages oder zu Kirmeszeiten, wie zum Weihnachtsmarkt, keinen Parkplatz auf dem Neuen Markt ergattert. Dieser Parkpatz ist zentrumsnah und die größte Stellplatzfläche in der Altstadt (Parkhäuser ausgenommen).

Bei der Ideensammlung für die Umgestaltung ist auch um Bürgerbeteilung gebeten worden. Der öffentliche Termin dazu war bereits Ende Januar, doch ich möchte meine Idee

hier und direkt der Gemeinde (per Mail) vorstellen, getreu deren Aufruf:

Quelle:

Mein Vorschlag für die Gestaltung des Neuen Markts ist eher ein allgemeiner Vorschlag für die Altstadt. Und zwar gibt es in ganz Deutschland öffentliche Bücherschränke. Das sind z. B. alte Telefonzellen, die mit Regalen ausgestattet werden und mit Büchern vollgestellt sind.TauschbüchereiSchneverdingen Jeder kann sich frei daran bedienen. Man kann hier seine alten Bücher abgeben und sich dafür ein anderes herausnehmen. Laut der Wikipedia Liste aller öffentlichen Bücherschränke ist Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland in Deutschland (ausgenommen Bremen), was keinen öffentlichen Bücherschrank hat (siehe Update unten). Gerade Stralsund als touristisch attraktives Urlauberziel, welches auch durch viele Tagestouristen von der Insel Rügen lebt, könnte hier vielleicht die eine oder andere Urlaubslektüre bereithalten bzw. ein kleiner oder großer Schmankerl findet seinen Weg aus dem Koffer in den Bücherschrank. Nicht nur für Touristen könnte ein öffentlicher Bücherschrank attraktiv sein, sondern vor allem für die Einheimischen. Gerade hier im Kreis Vorpommern-Rügen mit der höchsten Arbeitslosenquote des Landes von 17,4% (Quelle: Monatsbericht der Arbeitsagentur – Januar 2013) gibt es ausreichend sozialschwache Familien, die sich kaum Bücher für ihre Kinder oder für sich selbst leisten können oder sich denken, dass ein Buch nicht so viel Beachtung findet wie eine Stunde Fernsehen. Ich erinnere hierbei nur an mein Erlebnis in der Greifswalder Universitätsbuchhandlung.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass der Bücherschrank auch wirklich benutzt wird. Ich selbst würde dort auch regelmäßig reinschauen. Vielleicht entdeckt man dort ein Buch, was man schon immer mal lesen wollte oder entdeckt ganz neue Leseschätze.

Natürlich spielt bei solch einem Projekt auch die Finanzierung eine wichtige Rolle. Schließlich muss der öffentliche Bücherschrank auch erst mal installiert werden. Bücherschrank HoffnungsthalBei diesem Punkt könnte man im Rahmen der Neugestaltung des Neuen Marktes diese Idee mit in den Finanzierungsplan aufnehmen. Wenn man sich gegen eine Aufstellung am Neuen Markt, aber für einen anderen Ort, zum Beispiel Bahnhof, Alter Markt, Meeresmuseum oder ehemaliges Ostkreuz, entscheidet, kann man über eine Spendensammlung nachdenken oder sich auf die Suche nach Kooperationspartner machen. Man könnte sich anstatt einer ausrangierten Telefonzelle auch einen Schrank von einer ortsansäßigen Firma bauen lassen, die diese von außen dann einseitig mit eigener Werbung plakatieren kann. Weitere Möglichkeiten der Außengestaltung durch Schulen oder der Werkstatt für Behinderte wären denkbar. Den genauen Finanzierungsplan für dieses Projekt müsste man mit einem Fachkundigen klären. Ebenso muss die Zuständigkeit geklärt sein, wer ist für den Schrank verantwortlich, wenn es um´s Reinigen geht? Oder – meine größte Angst – wenn randaliert wird oder der Schrank samt Bücher sogar in Brand gesteckt wird?

Es sind viele Fragen, die geklärt werden müssen, aber ich denke, dieses Projekt ist umsetzbar und auch im Sinne der Allgemeinheit – sowohl für alle Stralsunder, als auch für die Gäste. Was haltet ihr/halten Sie von meiner Idee?

Die Bücherschrank-Beispiel-Bilder stammen von Wikipedia und sind in der Liste aller öffentlichen Bücherschränke zu finden.

###Update###

Wie ich zwischenzeitlich von einer Kommilitonin erfuhr, wurde ein Bücherschrank bereits in Mecklenburg-Vorpommern aufgestellt. Und zwar wurde in Greifswald an der Europa-Kreuzung ein – wie ich finde – sehr schöner Bücherturm aufgestellt. Laut dem Ostholzsteiner Anzeiger gibt es bereits Interesse in Stralsund. Hier möchte die Fachhochschule einen Bücherschrank auf ihrem Campus aufstellen. Diesen Standort finde ich allerdings eher unpassend, da hier eher nur die Studenten und Mitarbeiter der FH Stralsund Zugang hätten. Eine zentralere Lösung in der Stadtmitte oder am Bahnhof wären besser, um mehr Leute „anzusprechen“.

Autor: Uli

Ich bin Uli, eine Hansestädterin mit der Leidenschaft für Wasser. Diese Leidenschaft möchte ich gern zu meinem Beruf machen und studiere nach Landschaftsökologie & Naturschutz (Bachelor) nun Biodiversität & Ökologie (Master) mit der Spezialisierung auf Gewässerökologie. =) Ihr erfahrt hier vieles über mich, mein Leben und was mich so bewegt! Begleitet mich auch auf den sozialen Netzwerken: Twitter | Facebook | Instagram | Google+ | Flickr | YouTube | Pinterest | Foursquare

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