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unterwegs in der Uckermark

IMG_7763Durch mein naturwissenschaftliches Studium bin ich viel unterwegs. Auf Exkursionen soll uns Studenten die Flora & Fauna, ökologische und landschaftsökologische Beziehungen näher gebracht werden. Nachdem ich im Sommersemester schon einige „unterwegs-Artikel“ vom landschaftsökologischen Großpraktikum aus gepostet habe, gibt es nun einen Bericht vom landschaftsökologischen Geländepraktikum. Dies hätte ich eigentlich im letzten Sommer bereits absolvieren müssen, was ich aber aufgrund meiner Knieverletzung verschoben habe.

Dieses Mal ging es für 4 Tage in die Uckermark. Wir waren, wie auch schon bei unserem Besuch im Odertal im Schloß Wartin untergebracht. Diesmal mit eigenem Bett und eigenem Bad. \o/ Auch hier muss ich wieder erwähnen, wie schön das Schloß, der Garten und die anderen Gebäude, die zum Gutshof gehören, sind. Es wundert mich nicht, dass das Schloß oft für Hochzeiten gemietet wird. Der Hausherr ist zu uns auch wieder sehr gastfreundlich gewesen und hat uns herzlich begrüßt.

Bevor es allerdings ins Schloß ging, wurden wir einige Kilometer vorher von unserem Reisebus ausgesetzt, an einem Hang wurden verschiedene Bodenprofile ausgegraben und bestimmt und uns wurde einiges über den Randowbruch erzählt. Hier ging es vor allem um die Entstehung und das heutige Landschaftsbild. Es war heiß und wir hatten wenig Schatten. Der Weg zum Schloß sah nicht viel anders aus. Ich war den Tag ziemlich kaputt und nach dem Abendessen passierte bei mir auch nicht mehr viel.

Der zweite Tag begann um halb 8. Denn um 8 Uhr gab es ein reichhaltiges Frühstück und das Lunchpaket musste auch geschmiert werden. Bei Tagestoptemperaturen bei bis zu 33°C im Schatten ging es entlang eines Feldweges zu einem Kiesbruch. Dort wehte kaum ein Lüftchen und wir standen natürlich sonnenexponiert. Nix mit Schatten. Die Dozenten änderten danach den Plan und entschieden sich für ein Bodenprofil im Wald, damit wir wenigstens zur Mittagszeit nicht in der prallen Sonne standen. Ich checkte mit meinem iPhone immer wieder das Wetter und stellte dann fest, dass für unseren Standort eine Unwetterwarnung herausgegeben wurde. Gewitter mit Starkregen und Windböen. Als wir aus dem Wald kamen, um unsere Mittagspause am schattigen Waldrand zu verbringen, sahen wir auch schon eine dunkle Wand auf uns zu kommen. Ich liebe ja Gewitter. Ich bin fasziniert von den Blitzen und dem tosenden Donnern. Da ich aber normalerweise geschützt stehe, war das Herannahen des Sturms in freier Natur eine unglaubliche Erfahrung. Wir beobachteten, dass auf der benachbarten Weide die Kühe, die vorher noch den Schatten der Bäume suchten, nun von den Bäumen Abstand nahmen. Es wurde dunkel und mit einem Mal wurde es windig. Nein, eher stürmisch. Und dann setzte auch schon der Regen ein. Kalt und hart. Wir suchten Schutz auf der wetterabgeneigten Seite der Bäume, um nicht allzu nass zu werden. Lange hielt das Unwetter nicht an und es zog weiter. Vom Gewitter an sich blieben wir verschont und konnten die Blitze aus sicherer Entfernung beobachten. IMG_7730Nachdem die Sonne wieder herauskam, wurde es auch gleich sehr schwülwarm. Den Mücken und Bremsen gefällt dieses Wetter besonders gut, vor allem wenn über 30 Studenten mit nackten Armen und Beinen auf einem trockenen Moor stehen. Einer der weniger guten Erfahrungen, da ich etwas empfindlich auf Bremsenbisse reagiere. Danach ging es zum Tageshighlight: Schwarze Berge. Wir wanderten mal eben von Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern und stiegen auf den Oserzug „Schwarze Berge“. Von dort hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung. Unser Dozent hatte für uns einen besonderen Abstieg geplant:

IMG_7740Als ich oben stand, wollte ich da erst gar nicht runter – zu steil, zu gefährlich, ich kann das nicht. Ich schaute mir das erst mal bei anderen an und bin dann selbst runter. Heija, machte das ein Spaß. Mein Fuß verfing sich zwar 3mal in Wurzeln, aber an sich hat der Abstieg echt Spaß gemacht. 3 Leute sind auch noch mal hochgelaufen, um noch mal runterzurutschen. =) Dafür war ich abends aber auch ziemlich platt und bin echt früh eingeschlafen.

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Am dritten Tag waren wir mal nicht so lange unterwegs. IMG_7752Am Großen See haben wir Pause gemacht, wo eine Kommilitonin und ich auch unseren Vortrag zur Seenklassifizierung halten mussten (jeder Student musste einen Vortrag halten, gehört zur Prüfungsleistung). Am Ufer fanden wir auch einen jungen Frosch, der sich noch in der Entwicklung von der Kaulquappe zum Frosch befand, er hatte nämlich noch einen Schwanz. Das hatte ich bisher noch nie gesehen, fand ich aber sehr interessant. Da wir schon so früh „Zuhause“ waren, Freizeithatten wir reichlich Zeit zum Duschen und Chillen und hatten vor dem Abendessen immer noch genügend Freizeit. Einige Leute spielten Wizzard, was wohl ähnlich dem Skat ist. Wir erzählten, arschten rum und tranken dabei Wein. Solche Exkursionen können wirklich sehr schön sein. =) Apropo Wein. Wir erhielten zu jedem Abendessen ein paar Weinflaschen auf Kosten des Hauses dazu. Dieses Arrangement ist Tradition, denn die Dozenten fahren schon seit 10 Jahren (?) mit dem Kurs nach Wartin und nächtigen im Schloß.

Am letzten Tag wurden wir schon beim Frühstück mit Regen überrascht und daher verschob sich unsere Abfahrt. Wir wurden von unserem Reisebus abgeholt und sollten auf dem Heimweg noch einen Exkursionspunkt besuchen. Im Natuschutzgebiet (ich weiß den Namen nicht mehr) wurde im Wald wieder ein Bodenprofil ausgehoben und dann machten wir uns auf ein Quellmoor zu finden. Dies fanden wir nicht, dafür 2 Wespennester. Nachdem 6 Kommilitonen gestochen wurden (einige auch zweimal), sind wir wieder raus aus dem Wald und stiegen auf den benachbarten Drumlin. Mittagspause und letzter Vortrag, dann ging es nach Hause und ich konnte es kaum erwarten, denn in Greifswald sollte mich Eric erwarten, den ich seit 2 Monaten nicht gesehen habe. *___*

Autor: Uli

Ich bin Uli, eine Hansestädterin mit der Leidenschaft für Wasser. Diese Leidenschaft möchte ich gern zu meinem Beruf machen und studiere nach Landschaftsökologie & Naturschutz (Bachelor) nun Biodiversität & Ökologie (Master) mit der Spezialisierung auf Gewässerökologie. =) Ihr erfahrt hier vieles über mich, mein Leben und was mich so bewegt! Begleitet mich auch auf den sozialen Netzwerken: Twitter | Facebook | Instagram | Google+ | Flickr | YouTube | Pinterest | Foursquare

4 Kommentare

  1. Pingback: She’s back! | Uli's Welt

  2. Nen schöner Ausflug für uns Leser in dein Leben bzw Studium. Das mit der Regenwand kann ich mir schon echt gut vorstellen. Schon was anderes so mitten in der Natur.

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    • Und manche Erlebnisse sind wirklich so heftig. Aber die Natur bringt auch so viele tolle Formen und Farben hervor. Ist schon Wahnsinn!

      Antworten
  3. Pingback: unterwegs nach Hannover | Uli's Welt

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