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Ahoi! Volle Kraft voraus!

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Für mich als Ostseekind und naturverbundene Studentin, die sich auf Gewässerökologie spezialisiert hat, lag es nahe, dass ich auch Boot fahren kann. Für meine Bachelorarbeit musste ich teils schon mit einer „Nussschale“ und einem Zweitaktmotor den Usedomer See befahren. Bis 15 PS benötigt man ja auch noch keinen Führerschein, doch ich wollte es gern richtig machen.

Bereits im Oktober 2012 hatte ich über den Hochschulsport der Uni mit dem Sportbootführerschein See (SBF See) begonnen. Doch der Kurs hatte einen Vorlesungscharakter, da wir mit mehr als 20 Leuten dort saßen und der Kurs auch eher auf das Segeln ausgelegt war. Ich hatte wenig Spaß an dem und daher verlief es sich im Sande. Über Facebook kam ich dann auf Jörn Hetzel – Strelasund Angelguide. Nach einem kurzen Hin und Her und einem informativen Telefonat beschließ ich recht kurzfristig, meinen SBF See endlich durchzuziehen und gleich den Binnenteil mitzumachen. Als 2wöchiger Kurs – jeden Abend von 17-19 Uhr – sollte ich nicht wieder die Lust daran verlieren. Hier war es ein ganz anderes Lernen als an der Uni: Mit maximal 4 Schülern (wir waren meistens nur 3) lernt es sich einfach besser. Jörn versteht es aber auch, die prüfungsrelevanten Themen so praxisnah zu vermitteln, dass es einem recht leicht fällt zu folgen. Da ich die einzige Binnen-Schülerin war, zogen wir dies zu zweit in 4 Stunden Power-Learning durch.

Da es am Freitag sehr windig werden sollte, zogen wir den Praxisteil auf den Donnerstag vor. Hiervor hatte ich ne Menge Schiss. Gar nicht mal, dass ich mich zu dumm anstelle – ja, das auch vielleicht din bisschen – sondern eher, dass ich Jörn sein Boot, die Big Fish, kaputt mach. Nach Wenden auf engem Raum und Mann über Bord brauchte ich am längsten beim Anlege-Manöver, wo ich auch später bei der Prüfung am schlechtesten abgeschnitten hab. Aber nach fast 2 Stunden Boot fahren, war ich total ko und Jörn war der Meinung, dass ich fit für die Prüfung bin. Am Samstag um 9 Uhr ging es dann auch schon zur Prüfung. Natürlich mit blanken Nerven. Den Theorie-Teil mitsamt Navigation (ich liebe das Navigieren) bewältigte ich recht schnell und war auch überzeugt, dass ich bestanden habe. Dann mussten wir zur praktischen Prüfung. Jörn wartete bereits auf uns und munterte uns auf. Die Knoten konnte ich aus dem FF, stellte mich natürlich im Angesicht des Prüfers aber ein bisschen dämlich an, was ich einfach mal der Aufregung in die Schuhe schiebe. Allerdings war ich heilfroh, dass die Frage „Wofür brauch man diesen Knoten?“ nicht an mich ging.^^ Zuerst hieß es, ich fahr als letztes, doch nachdem der erste durch war, kam „Uli, mach du mal jetzt!“. *Füge hier entsetztes Gesicht ein* Aber im Endeffekt war es super so, weil der Überraschungsmoment nahm mir die Aufregung. Die Manöver nach Kurs fahren, Wenden, Mann über Bord klappten super. Dann ging es ans Anlegen. Übrigens hat es beim 1. Prüfling angefangen zu regnen und wir waren inzwischen klitschnass und der Wind hat zugenommen (Ausrede such). Beim Anlegen sah es erst super aus, doch dann machte ich einen dummer Fehler, dass ich das Ruder in die falsche Richtung gedreht hab und sich das Heck somit vom Pier entfernte. Naja, ich bin dann noch mal mit der Big Fish zurückgestoßen und hab es erneut versucht. war zwar nicht perfekt, aber ich hab angelegt. Das war dann auch das einzige Manko und der Prüfer gratulierte zur bestandenen praktischen Prüfung. Yeah!

Später erhielten wir 4 unsere Bootsführerscheine. Hier sind meine beiden:

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Also wer mal seinen Bootsführerschein machen möchte, kann ich euch Jörn nur empfehlen. Er kann es super erklären, auch zum 30. Mal und schickt dich erst zur Prüfung, wenn du wirklich dazu bereit bist.

Allen Bootsfahrern wünsche ich immer eine handbreit Wasser unter'm Kiel! Ahoi!

 

Autor: Uli

Ich bin Uli, eine Hansestädterin mit der Leidenschaft für Wasser. Diese Leidenschaft möchte ich gern zu meinem Beruf machen und studiere nach Landschaftsökologie & Naturschutz (Bachelor) nun Biodiversität & Ökologie (Master) mit der Spezialisierung auf Gewässerökologie. =) Ihr erfahrt hier vieles über mich, mein Leben und was mich so bewegt! Begleitet mich auch auf den sozialen Netzwerken: Twitter | Facebook | Instagram | Google+ | Flickr | YouTube | Pinterest | Foursquare

4 Kommentare

    • Sorry für die späte Antwort, ich hatte viel zu tun. Ich hab für beide Kurse incl. Prüfungsgebühr 570€ bezahlt. Das Tolle hierbei ist, dass man die Lehrmittel einfach leiht. Ohne extra Gebühr und man muss sich nichts extra kaufen. Sogar die Taue und das Navigierbesteck gibt es für die Zeit bis zur Prüfung.

      Antworten
  1. Ist ja schon für eine Frau ein außergewöhnlicher Job. Aber viel Glück dabei. Finde es toll, wenn sich Frauen auch für solche Berufe entscheiden.

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    • Wieso ist denn Gewässerökologie für eine Frau außergewöhnlich? Gerade in der Forschung sind doch immer mehr Frauen vertreten.

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