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Erfahrungsbericht – Studiengang: Landschaftsökologie & Naturschutz

WegspurenIch habe hier im Blog schon häufiger von meinem Bachelor-Studium „Landschaftsökologie & Naturschutz“ (LaÖk) in Greifswald geschrieben und habe auch schon ein paar nachfragen erhalten, ob man das Studium empfehlen kann oder ob ich eher davon abrate. Erst letzte Woche kam erneut eine Nachfrage und nehme dies nun zum Anlass einen Erfahrungsbericht auszuführen, der das Studium im Allgemeinen darstellen soll – jetzt, wo ich dieses naturwissenschaftliche Studium mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen habe.

 

Wie ist der LaÖk-Studiengang aufgebaut?

Der Bachelor besteht aus Pflicht-, Wahl- und Vertiefungsmodulen. KäferDie Pflichtmodule dienen dazu ein naturwissenschaftliches Basiswissen aufzubauen. Die Wahl- und Vertiefungsmodule sollen dieses Wissen ausbauen bzw. dienen zu Spezialisierung. Das LaÖk-Studium in Greifswald ist für seine interdisziplinäre Ausrichtung bekannt. Die 3 großen Felder sind hierbei: Landschaftsökologie, Ökonomie und Ethik. Ich finde es wichtig, dass man diese Bereiche miteinander verknüpft – auch wenn ich nicht unbedingt ein Fan aller Veranstaltungen war.

Welche Spezialisierungen sind möglich?

Neben den eben erwähnten 3 großen Disziplinen gibt es auch die Möglichkeit sich in andere Bereiche durch die Wahl- und Vertiefungsmodule zu spezialisieren. Ich freundete mich mit der Tierökologie an und verliebte mich in die Gewässerökologie, was ich auch im Master weiter vertiefe.

Greifswald ist außerdem bekannt für seine Moorkunde. Große Moorforscher wie Michael Succow (in Greifswald ist auch der Sitz seiner Stiftung), Hans Joosten und Hannes Knapp teilen ihr Wissen mit den Greifswalder Studenten.

4f191ff4a28e11e2a52022000a1f9e5e_7 Herr Knapp und der Pfad der Muße und Erkenntnis

Was hast du mit deiner Spezialiserung vor?

Was ich mit Gewässerökologie anfangen möchte? Am liebsten würde ich in die Forschung gehen und am liebsten in die Meereswissenschaften. Da gibt s einfach noch mega viel zu entdecken und es ist ein so fantastischer Lebensraum.

Wie wird mit der Fluktuation der Professoren/Dozenten umgegangen?

Der Professor der Umweltethik hat zwischendurch die Uni gewechselt und es gab daher einen Wechsel der Dozenten. Sofern ein Prof die Uni verlässt, kann es natürlich erst mal zu erheblichen Ausfällen im Lehrangebot kommen, denn die Nachbesetzung dauert häufig recht lange. Das liegt dann aber an dem ganzen Prozedere. Wir hatten allerdings auch den Fall, dass ein Prof verstorben ist und deswegen einige Veranstaltungen nicht angeboten werden konnten und die es so auch nicht mehr geben wird. Allerdings hat sich die Uni bemüht Ersatzveranstaltungen anzubieten bzw. andere Veranstaltungen für diese anzurechnen, damit man bereits angefangene Module beenden konnte.

Laptop, NotebookIst der Studiengang mit „normalem“ Fleiß gut zu bewältigen?

Was das Lernen angeht, bin ich faul und dennoch habe meinen Bachelor geschafft. Einzelne Veranstaltungen zwar nicht unbedingt beim ersten oder zweiten Versuch, aber ich bin auch kein Freund von Auswendig lernen. Und gerade das ist beim B.Sc. LaÖk viel gefragt. Aber ich denke, das Studium ist gut zu schaffen – auch in der Regelstudienzeit. (Ich habe allerdings 7 Semester gebraucht, nur weil ich noch eine Prüfung wiederholen musste^^)

Bildungsstreik: Findest du den Studiengang unterfinanziert?

Zu den Finanzen möchte ich nur ein paar Beispiele nennen, was hier gemacht wird, wenn man bedenkt, dass es in Greifswald keine Studiengebühren gibt (lediglich die Semestergebühr von 61€). Klar sind einige Exkursionen Pflicht, für die man Fahrkosten, Unterkunft und Essen selber tragen muss, aber ich denke, die Kosten halten sich im Rahmen und ist für jeden machbar.

Ich war im März in Kuba auf einer Auslandsexkursion (Tropische Moore). Mit Flug und Unterkunft für 2 Wochen ist man schnell bei ca. 1.800€. Schon vor der Anreise erhielten wir eine Förderung vom DAAD, was für jeden Teilnehmer auf 200€ runtergebrochen wurde. Nach der Reise sollen wir noch einen Exkursionszuschuss von der Uni von bis zu 470€ erhalten. Ich warte momentan auf das Geld. Aber gelohnt hat es sich allemal.

Das Botanische Institut wurde im letzten Jahr teils restauriert und neu gebaut und direkt daneben  entsteht momentan die neue Zoologie. Der Neubau und die Zusammenlegung der verwandten Institute im „Campus Soldmannstraße“ finde ich nicht nur praktisch, sondern auch wichtig, gerade um die Fachrichtungen Botanik und Zoologie sich näher zu bringen.

Vorletzte Woche war die DFG hier, um die Errichtung eines Graduiertenkollegs zu begutachten. Im November fällt hier die Entscheidung über die Förderung von den strukturierten Promotionsstudiengängen. Das heißt, dieses Graduiertenkolleg bekommt Geld für 9 zu 100% geförderte Promotionen.

Wie voll sind die Hörsäle?

Beim LaÖk-Bachelor sind es pro Jahrgang um die 40 Studenten, aber bei Grundvorlesungen wie Allgemeine Botanik und Mathematik für LaÖks sitzt du zusammen mit den Biologen, Geografen bzw. BWLern und anderen Studiengängen und der Hörsaal ist dann mit 200 Leuten voll. Aber es sind ja nicht immer alle da^^ Dafür hast du dann auch Vertiefungsfächer, wo du auch mal mit nur ner handvoll Studenten sitzt. Ich finde es sehr ausgewogen und oft liegt es auch am Prof, der 200 Studenten mitreißen kann oder wo auch nur die 5 Zuhörer sich zu Tode langweilen.

Würdest du das Studium noch einmal machen?

Ob ich den gleichen Studiengang noch mal wählen würde, weiß ich nicht. Manchmal hab ich mir gedacht, dass es nicht dass richtige für mich ist und ich doch eher in Richtung Marketing/Kommunikation/“Irgendwas mit Internet“ hätte machen sollen, aber mit den Semestern und dem Freiwählen der Wahl- und Vertiefungsmodule habe ich doch meine Richtung gefunden.

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Würdest du das Studium empfehlen?

Ja, jedem der Interesse hat an einem naturwissenschaftlichen Studium, aber eher weniger Bock auf Chemie oder Physik hat und sich nicht nur für das Verständnis der Natur, sondern auch um deren Erhalt interessiert. Ich studierte noch nach der 2009er Prüfungsordnung. 2012 wurde diese erneuert, wobei sich auch einige Inhalte geändert haben – dies gilt bitte zu berücksichtigen.

Habt ihr noch weitere Fragen? Gerne her damit! Ich fordere hiermit auch meine Kommilitonen aus den unterschiedlichen Jahrgängen auf, ihren Senf dazuzugeben!

Autor: Uli

Ich bin Uli, eine Hansestädterin mit der Leidenschaft für Wasser. Diese Leidenschaft möchte ich gern zu meinem Beruf machen und studiere nach Landschaftsökologie & Naturschutz (Bachelor) nun Biodiversität & Ökologie (Master) mit der Spezialisierung auf Gewässerökologie. =) Ihr erfahrt hier vieles über mich, mein Leben und was mich so bewegt! Begleitet mich auch auf den sozialen Netzwerken: Twitter | Facebook | Instagram | Google+ | Flickr | YouTube | Pinterest | Foursquare

6 Kommentare

  1. Und wer Bock auf ein naturwissenschaftliches Studium mit Chemie und Physik hat, der wählt lieber das Fach Umweltwissenschaften 😉

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  2. Schöne Zusammenfassung. In deinem Artikel werden sicherlich einige der wichtigsten Fragen zum LaÖk-Studium geklärt. Ich hatte auch überlegt etwas in der Art zu studieren, aber das Problem bei vielen Studiengängen ist, dass man nicht genau weiß, was man danach damit beruflich machen kann.

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    • Stimmt, die Frage habe ich jetzt gar nicht erläutert. Das war doch eigentlich die häufigste Frage, wenn ich von meinem Studium berichtet hab: „Und was kannst du damit machen?“ Das werde ich noch nachholen. Danke für den Hinweis!

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